Definition Adipositas

Adipositas (Fettleibigkeit) bezeichnet eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Nach den Leitlinien der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG, 2007) wird sie anhand des Body-Mass- oder Körpermassen-Index (BMI) klassifiziert. Die Berechnungsformel lautet

BMI = Gewicht (in kg) / Körpergröße (in m) im Quadrat

Eine Adipositas liegt bei Erwachsenen ab einem BMI ≥ 30.0 kg/m² vor (s. Tabelle). Das heißt, dass eine Person von 1,70 m Größe ab einem Körpergewicht von 87 kg als adipös gilt. Übergewicht liegt ab einem BMI ≥ 25.0 kg/m² vor, dies entspricht einem Körpergewicht ≥ 72 kg bei 1,70 m Größe. Für einen BMI-Rechner siehe http://www.mybmi.de/.

Tabelle: Gewichtsklassifikation anhand des Body-Mass-Index (BMI) für Erwachsene

Gewichtsklassifikation anhand des Body-Mass-Index (BMI) für Erwachsene (nach Deutsche Adipositas-Gesellschaft, 2007)

 

Im Kindes- und Jugendalter wird für die Gewichtsklassifikation des BMI an der alters- und geschlechtsbezogenen Verteilung relativiert. Eine Adipositas liegt bei einem BMI > 97. Perzentil, Übergewicht bei einem BMI > 90. Perzentil der Referenzdaten der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes und Jugendalter (AGA, 2011) vor. Wenn ein Kind einen BMI mit einem Perzentil von 98 hat, bedeutet dass, dass 98% der Kinder der Vergleichsgruppe einen geringeren BMI haben. Hier geht es zu einem BMI-Rechner für Kinder und Jugendliche.

Beginnend mit dem Kindes- und Jugendalter stellt die Adipositas einen Risikofaktor für medizinische Folgeerkrankungen dar, darunter Diabetes mellitus Typ II, Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen, Schlaganfall, Gallensteine, Schlafapnoe (Atemstillstände während des Schlafs) und bestimmte Krebsarten und auch für eine erhöhte Sterblichkeit. Das Erkrankungsrisiko (Morbiditätsrisikio) steigt mit höheren Schweregraden der Adipositas (s. Tabelle).

 

Im klinischen Setting ist die Adipositas in der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10-GM, 2012) als „Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit“ (E 66) klassifizierbar. Grundsätzlich gilt sie jedoch weder als medizinische Krankheit noch als psychische Störung, sondern als Risikofaktor für medizinische Folgeerkrankungen.

Die Lebensqualität von adipösen Menschen wird nicht nur durch das erhöhte Gewicht und Folgeerkrankungen beeinträchtigt, sondern außerdem dadurch, dass sie aufgrund ihres erhöhten Gewichts in vielen Lebensbereichen Stigmatisierung und sozialer Diskriminierung ausgesetzt sind.